Egetmann Umzug in Tramin
Wenn der Hansl mit der Braut… am Faschingsdienstag durch das Südtiroler Weindorf Tramin zieht, dann ist das der Egetmann-Umzug. Dieser Umzug ist einer der merkwürdigsten und zugleich ältesten (seit dem Jahre 1591) Fasnachstbräuche Tirols.

Jeweils an den ungeraden Jahren, 2011, 2013, 2015… zieht dieser ganz besondere Umzug durch die Straßen und Gassen von Tramin und zieht Tausende Zuschauer aus Nah und Fern an. Der Umzug stellt eine Bauernhochzeit und Tätigkeiten in der Landwirtschaft dar.
Begleitet von Schnappviechern, Burgltreibern und anderen wilden Gestalten zieht der Egetmann-Hansl durch die Straßen und sagt dem Winter Adieu. Traditionellerweise dürfen am Umzug nur einheimische Männer teilnehmen, welche – anders als bei herkömmlichen Faschingsbräuchen – keine Masken tragen, sondern nur mit Ruß “maskiert” sind. Masken gibt es ausschließlich für den “Wilden Mann” sowie für den “Weißen Bär” und den “Grünen Bär”.
Hier nun die Beschreibung der Teilnehmer des Egetmann-Umzugs:
Die Hauptfigur des Traminer Fastnachtstreibens ist der Egetmann-Hansl, der im Begriff ist zu heiraten. Die Hochzeitsgesellschaft ist von Bauern und Knechten umgeben, welche mit Sensen und anderen Arbeitsgeräten der Landwirtschaft ausgestattet sind. Sie führen als Transportmittel einen Protzenwagen mit der Penne mit. Außerdem ist eine Egge, mundartlich “Eget”, dabei, die dem Faschingsumzug ihren Namen gegeben hat. Die Hauptperson, der “Egetmann Hansl” ist eine Puppe. Wie seine Begleiter, die als Ratsherren bezeichnet werden, ist er mit Frack und Zylinder gekleidet. Die Braut, die wie alle Figuren des Umzugs, nur von einem Mann dargestellt werden darf, sitzt neben ihm in weißen Kleid. In einer schwarzen Kutsche, die von Pferden gezogen wird, werden sie durch das Dorf gefahren.
Die Schnappvieher – auch Wudelen genannt: sind oft über drei Meter große Figuren mit einem krokodilähnlichen Kopf, der mit Fell überzogen ist und Hörner hat. Der Unterkiefer, welcher mit Holzzähnen ausgestattet ist, ist beweglich und schnappt mit lautem Klappern auf und zu.
Der Wilde Mann: ist das Symbol der ungezügelten Natur und der Wildnis. Der Sage nach handelt es sich um einen Wetter- und Winterdämon, einen riesigen, langhaarigen Waldmensch mit einem Kleid aus Efeu.
Der Weiße und der Grüne Bär: Der weiße Bär steht für den Winter, der grüne für den Frühling. Ersterer fällt nun dem Jäger zum Opfer und macht so symbolisch der warmen Jahreszeit Platz.
Die Burgl und der Burgltreiber: Letztere sind die eigentlichen Winteraustreiber, mit Lumpen bekleidet und mit geschwärzten Gesichtern. Die Burgl versteckt sich vor dem Burgltreiber, der sie jedoch immer wieder aufspürt und samt den bösen Winterdämonen verjagt.
Nicht zu vergessen ist natürlich auch die „Altweiber-Mühle“. Die Mühle besteht aus einem mehrere Meter hohen kastenartigen Holzaufbau, an einer Seite mit dem Mühlrad bestückt und hinten oben mit Seilaufzug versehen. Von den Müllern werden “alte Weiber” (wieder recht schlampig gekleidete junge Burschen), eingefangen und auf Schubkarren durch die Menge zur “Altweiber-Mühle” gebracht. Mit dem Seil werden sie nach oben gezogen, wobei sie sich stark dagegen wehren, um schließlich ins Innere der Mühle gestoßen zu erden. Das Mühlrad dreht sich, dann wird noch kräftig Sägemehl in die Menge gestoßen und anschließend springt aus der Öffnung daneben ein junges Mädchen heraus.
Diesen „Fasnachtsbrauch“ darf man sich einfach nicht entgehen lassen! Schauen Sie doch mal vorbei – an Spaß wird es bestimmt nicht fehlen!








